St. Peter und Paul

Urkundlich erwähnt ist, dass 1139 in Dornbach eine Kapelle von Bischof Reginbert von Passau geweiht wurde. Mit der Einweihung der Kapelle wurden dem Stift auch die Zehentrechte und das Recht, Gottesdienste abzuhalten, übertragen. Das volle Pfarrrecht erhielt Dornbach erst 1251 und war ab 1262 der Abtei St. Peter inkorporiert.

 

 

1138/39 Errichtung einer Kapelle mit Gottesdienst und Begräbnisrecht
1251 Pfarrerhebung
1536 Wiederaufbau nach Zerstörung bei 1. Türkenbelagerung 1529
12.4.1931 Grundsteinlegung des Holzmeister-Neu(an)baues
12.11.1931 Einweihung der Kriegerkapelle
26.6.1932 Einweihung durch Weihbischof Dr. Komproth
1960 Glockenweihe

 

Geschichte

Die Besonderheit der Pfarre Dornbach liegt darin, dass sie als einzige in der Erzdiözese Wien bis 1995 dem Salzburger Stift St. Peter inkorporiert war. Das vor dem Jahr 700 gegründete Stift St. Peter hat im heutigen Wiener Stadtgebiet schon frühzeitig Besitz gehabt.

Urkundlich erwähnt ist, dass 1139 in Dornbach eine Kapelle von Bischof Reginbert von Passau geweiht wurde. Mit der Einweihung der Kapelle wurden dem Stift auch die Zehentrechte und das Recht, Gottesdienste abzuhalten, übertragen. Das volle Pfarrrecht erhielt Dornbach erst 1251 und war ab 1262 der Abtei St. Peter inkorporiert.

1476 kam es zu einem gotischen Neubau. Die nach den Zerstörungen der beiden Türkenkriege 1536 und 1687-88 wieder neu aufgebaute und erneuerte Kirche wurde unter Pfarrer Anton Knoll (Knollgasse!) 1745-1756 abermals renoviert und nach Süden hin saalartig erweitert. 1880 trug man den Turm ab und baute ihn seitlich der Apsis wieder neu auf, jedoch bedeutend kleiner. 1881 folgte die Errichtung der Kriegerkapelle durch Baumeister Franz Glaser. 1931 wurde Prof. Clemens Holzmeister mit dem Erweiterungsbau und der damit verbundenen Umorientierung der Kirche auf dem Areal des ehemaligen Friedhofs nach Süden beauftragt. 1951 kam es zu Umbauten zur Vereinheitlichung des Kirchenraumes. 1955-1957 errichtete man unter Einbeziehung der alten Sakristei einen neuen Haupteingang und Arkadengang (Architekt Georg Lippert). 1962 wurde das Presbyterium nach den Richtlinien der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanums (Volksaltar) umgestaltet.

 

Bauwerk

Die Dornbacher Pfarrkirche am Rupertusplatz ist den hl. Peter und Paul geweiht. Der Außenbau wird durch eigens überdachte, gestaffelte Baukuben bestimmt. Der Altbau befindet sich unter einem steilen Satteldach mit einer glatten, übergiebelten W-Front, einem östlichen gotischen Chor mit 5/8-Schluss und einem seitlichen Untergeschoss des ehemaligen Turmes.

Der Erweiterungsbau schließt südlich mit einer niedrigeren Verbindungsachse an, ist flachgedeckt und mit hohen Stichbogenfenstern (Glasfenster, die die Propheten Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel und jeweils in der Mitte die Gloria-Engel mit der Weihnachtsbotschaft darstellen) an den Längsfronten ausgestattet. Aus dem mit einem Flachdach versehenen Kirchenbau ragt aus der Mitte der stufenartig gestalteten Straßenfassade der Turm empor.

Einrichtung und Ausstattung

Den Hochaltar der alten Pfarrkirche zierte vor der Jahrhundertwende ein Kreuzigungsbild, das sich nun an der linken Kirchenseite befindet.

Als Clemens Holzmeister 1931-1934 die Kirche vergrößerte, dreht er die Hauptachse des vergrößerten Baues von Ost-West auf Süd-Nord. Die Südwand der so entstandenen Hallenkirche wurde mit einem Fresko des Künstlers Albert Urban geschmückt, das die Aussendung der Salzburger Missionare durch den hl. Rupertus nach Dornbach zeigt (Gründungsgeschichte). Im Vordergrund links und rechts die Pfarrpatrone Petrus und Paulus. Die Beleuchtung dieses Freskos erfolgt bei Tageslicht durch einen Schacht von oben, bei Dunkelheit durch Beleuchtungskörper, die so angeordnet sind, dass sich eine weitgehend blendfreie Beleuchtung ergibt. Dem Fresko ist ein Kruzifix vorgesetzt, das eine Kopie des gotischen „Nonnberger Küchenkreuzes“, geschnitzt vom Salzburger Künstler Jakob Adlhart jun., darstellt.

Linker Hand vom neuen Haupteingang an der Nordseite befindet sich die jetzt sogenannte Mariazeller Kapelle, die die gotische Apsis der alten Kirche mit den schwarz-vergoldeten und von Engeln flankierten Tabernakelaufsatz des ehemaligen barocken Hochaltars von 1700 enthält. Darüber hat im ehemaligen Aussetzungsthron eine alte Kopie einer barocken Statue der Mariazeller Gnadenmadonna (früher in einem barocken Glasschrein) ihren Platz gefunden. Die aus dem 20. Jahrhundert stammenden Glasfenster dahinter zeigen die Ordensgründer Benedikt von Nursia und seine Schwester Scholastika, rechts den hl. Rupert und die hl. Ehrentrudis, die erste Äbtissin des Klosters am Nonnberg.

Bei dem von Prof. Erich Huber 1978 geschaffenen Einzelfenster (anstelle des früheren Haupteinganges in die alte Kirche) rechts im hinteren Kirchenteil und der darunter stehenden bemalten Pieta aus der vorletzten Jahrhundertwende wurde bewusst auf die Einheit von Gebetsort und Lichteinfall Bedacht genommen.

Durch die Freundschaft Franz Schuberts mit dem tüchtigen Pfarrlehrer und Organisten Josef Pfriemer sen., wurden ihm vom Meister Messen gewidmet, die noch vor ihrer eigentlichen Uraufführung schon in Dornbach „exekutiert“ wurden. Von Michael Haydn, der wie sein Bruder Joseph, über die Zugehörigkeit der Pfarre zu Salzburg Beziehungen zu Dornbach hatte, existiert das „Dornbacher Te Deum“. Die Verbindungen Dornbachs zu Salzburg erklären auch, dass Wolfgang Amadeus Mozart mehrmals in Dornbach zu Besuch war und dabei auf der Orgel der barocken Dorfkirche spielte.

Bei der Erweiterung des Kirchenraumes durch Clemens Holzmeister wurde über der südlichen Verbindung zwischen alter und neuer Kirche eine neue Orgel zu bauen begonnen (Orgelbaumeister Zika) die leider durch Finanzmangel und den Ausbruch des 2. Weltkrieges unvollendet blieb. Auf dieser Orgel hat der bekannte Kirchenmusiker Anton Heiller (1923-1979), ein gebürtiger Dornbacher, gespielt.

Im Jahr 2015 wurde die Heiller-Orgel in die Heimat Anton Heillers, nach Dornbach übertragen.

© Text: Hermine Maria Steinmetz

© Bilder: Pfarre Dornbach