Hl. Thomas Morus - Hl. Johannes der Täufer - Hl. John Fisher

Auf einer Anhöhe des Schafberges befindet sich, weithin sichtbar, die zwischen 1950 und 1970 nach Plänen von Franz Graf erbaute Schafbergkirche

 

1950 Baubeginn
1954 Weihe des Turmkreuzes und der Glock durch Weihbischof Dr. Streidt
1961/62 Bau der Orgel
1963 Marmor-Altar
1970 Konsekrierung des Altars durch Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz Jachym

 

Zur Entstehung der Schafbergkirche

Bis 1930 diente eine Baracke auf dem Schafberg als Lungenheilstätte, dann als Kinderfürsorgeheim, bis 1934 die P. Petrus Grader OSB aus der Pfarre Dornbach an Sonn- und Feiertagen die Hl. Messe zu zelebrieren. Seine rechte Hand war Wenzel Schmidl, der sich bemühte, aus der Baracke einen würdigen Raum für den Gottesdienst zu schaffen. 1939 oder 1940 wurde vom NS-Regime alles beschlagnahmt - zum Leidwesen der sehr zahlreichen Besucher des Gottesdienstes. Die Baracke wurde in ein Lazarett umfunktioniert. 1947 erwarb P. Petrus den Grund zum Bau der Schafbergkirche. Zunächst wurde der Keller ausgebaut, im Hinblick auf die Heizung der Kirche. 1949 wurde der Kellerraum von Prälat Fried gesegnet. Von da an feierte P. Petrus jeden Sonn- und Feiertag im Kellerraum die Hl. Messe. Ein kleines Harmonium war vorhanden. 1950 konnte der Rohbau der Kirche begonnen werden, 1954 erfolgte die Weihe des Turmkreuzes und der Glocke durch Weihbischof Dr. Streidt. Die Glocke ist nach Ton D gestimmt. Ihre Aufschrift lautet: Mich goß Ing. Josef Pfundner. Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam (Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen). Weiter stehen auf der Glocke die Namen von sechs englischen Märtyrern aus dem Jahre 1535: John Haughton, William Webster, Robert Lawrence, Richard Reinolds, Humphrey Middlemore und Sebastian Newdigate. Die Glocke wurde nur benediziert, weil Altar und Kirche noch nicht konsekriert waren.

Alles noch im Rohbau, vom gestampften Boden bis zur nackten Decke. P. Petrus baute mit großem Vertrauen weiter und stattete mit Unterstützung seiner Freunde und einiger Künstler das Innere der Kirche aus. 1961/62 begann der Bau der Orgel; Prof. Josef Mertin von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, baute die Orgel mit eigener Hand. 1963 erhielt die Kapelle einen neuen Altar aus Marmor. Dieser wurde 1970 durch Erzbischo-Koadjutor Dr. Franz Jachym konsekriert. Das war der feierliche Höhepunkt seit Bestehen der Schafbergkirche. (aus dem Blickwinkel von Sr. M. Irmgard Hauser SRA)

Der Tabernakel

Es war stets der geheime Wunsch von P. Petrus Grader für den Altar der Schafbergkirche eine Reliquie des von ihm so verehrten Hl. Thomas Morus zu erhalten. Doch von dem geköpften Heiligen ist nur mehr das Haupt vorhanden und eine Entnahme einer Reliquie war undurchführbar. Die Pfarrgemeinde St. Dunstan überließ der Schafbergkirche eien Steinplatte von der Kopfgruft des Hl. Thomas Morus (Inschrift: Morus-Stein, DONUM ECCL. S. DUNSTAN CANTERBURY), womit auch der ökumenische Gedanke zum Ausdruck kommt. Die Steinplatte findet als Tabernakeltür Verwendung.

Die Glasfenster     

Geschaffen von der akad. Malerin Lucia Jirgal. Die Fenster in der Sakristei in Grisailletechnik zeigen die vier Letzten Dinge: Himmel, Hölle, Tod und Gericht. Neben der Taufkapelle befinden sich zwei Rundfenster. Eines zeigt Thomas Morus, flankiert von Johannes dem Täufer und Kardinal John Fisher und trägt die Inschrift "Gewalt und Macht gehen niemals vor" und wird als das "Juristenfenster" bezeichnet (gespendet von Juristen). Das zweite Fenster beim Aufgang zur Empore zeigt die Märtyrergestalten von Thomas Morus und John Fisher. Es ist das "Ehefenster" weil sich die Patrone der Schafbergkirche für die Heiligkeit der Ehe eingesetzt und gestorben sind. "Nie habe ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen wäre." (Thomas Morus.

Die Apsis

Die Rückwand des Presbyteriums hebt sich durch ihr grottenartiges Dunkel von der übrigen Wand stark ab. Sie ist mit Mosaiksteinchen ausgelegt und veranschaulicht das Thema der Letzten Tage der Apokalypse: Sterne wie ein Komet, der in Teile zerfällt, eine ihr Licht verlierende Sonne und ein verblassender Mond, am Grund der Grotte fünf Lichter auf fünf Stufen, fünf andere Stufen sind leer für die fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen. Entwurf: Prof Erich Huber Ausführung Prof. Hermann Bauch

Das Altarkreuz

ist über dem Altar als Hängekreuz angebracht und besteht aus acht goldenen Stäben - Symbol der acht Seligkeiten. Sie werden von den fünf Wundmalen Christi zusammengehalten. Entwurf: Prof. Erich Huber Ausführung: Erwin Klobassa

Die Juristenmesse

In der Schafbergkirche wird seit 1971 jährlich das Patroziniumsfest des Hl. Thomas Morus (22. Juni) gefeiert.

© Text: Pfarre Dornbach/Gedenkschrift der St. Thomas-Morus-Kirche auf dem Schafberg in Wien; Text gekürzt

© Fotos: Pfarre Dornbach